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Monday, 31. march 2008 1 31 /03 /März /2008 02:14
Alles ist geschmückt
glänzt in wunderbarer Pracht


Ich stehe hier und friere
meine Kleider sind alt und zerrissen
ich sehe unordentlich aus irgendwie so...
der Kontrast so groß er auch ist
Beachtung finde ich trotzdem nicht
da, einer wirft eine Mark in meinen alten Hut
danke, sage ich aber Innen tut es sehr weh
er schaut mich an schüttelt den Kopf und geht weiter
was mag er denken geht es mir durch den Kopf
Vielleicht, oh Gott so ein armer Tropf?
Oder, gehe arbeiten so wie ich
dann brauchst du nicht zu frieren
Oder, eine Schande
Schmarotzer wie den sollte man ausmerzen
aber wir sind ja selbst Schuld geben ihnen immer etwas
so gesund und bettelt, fauler Sack

Irgendwie kommt diese negative Stimmung
zu mir rüber und in mir schreit es auf:
gib mir doch eine Arbeit, ein Zuhause
das ich arbeiten und leben kann
ich bin doch zum vegetieren verurteilt, bin Obdachlos
seelisch falle ich in ein tiefes Loch
Teilnahmslosigkeit auch geistiger Tod genannt
nimmt von mir Besitz
die Schönheit, die ganze Pracht alles vorbei
uninteressant für mich

In Gedanken mache ich Kasse
zehn Mark sind zusammen gekommen
langt für ein bisschen flüssiges Brot
Essen...
Suppenküche, wenn nicht dort dann eben Abfalleimer
wird aber bei dieser Kälte nichts drin sein
schmeißen weniger weg das Zeug hält sich länger

gerade will ich weg gehen
da bemerke ich dass jemand vor mir steht
erstaunt schaue ich ihn mit meinen müden
von innen müden Augen an
sie erfassen einen Menschen
Menschen, gib es die heute überhaupt noch?
Seine Augen schauen mich traurig, wissend aber hart an
der Ausdruck seines Gesichtes ist anziehend
Manager, Lehrer geht es mir durch den Kopf
Geld gebe ich Ihnen nicht
aber etwas zu essen
wenn Sie mit mir irgendwo hin gehen, sagt er
Essen, innerlich rümpfe ich die Nase
Geld wäre mir viel lieber denke ich sage aber ja
ich komme doch nirgends rein werfe ich noch ein
das lassen Sie mal meine Sorge sein meint er
er geht mit mir zu einem Lokal mit Stehimbiss
dort wähle ich, er holt es
am Nebentisch sagt plötzlich jemand, Penner
darauf sagt er nur, Fressen für die Zeitung
es wird plötzlich ruhig, komisch ruhig
viele schauen weg, essen schneller, verschwinden

Heiß schießt die Scham durch mich
ich will das nicht, es darf nicht sein
niemand darf sehen wie aufgewühlt ich bin
keiner darf es merken
ich verschanze mich wie immer
hinter der Maske des Verkannten des Armen
Urplötzlich sagt er,  warum schauspielerst du?
Weißt du welch ein Schicksal dir gegenüber steht?
Nein?
Dann urteile nicht voreilig
sei dankbar für jeden Tag der dir geschenkt wird
ist er auch noch so armselig ist dein Schicksal auch schlimm
es gibt viel schlimmeres
auch für dich gibt es eine Erlösung
ein besseres, schöneres Leben
Denke stets daran es hat immer seinen Sinn, das "Warum"
Ich will aufbrausen
aber es hat mir die Sprache verschlagen
ganz leise bringe ich nur heraus wer bist du?
Ein Mensch wie du
Nein das glaube ich nicht
oh doch
ich klage, genau wie du
leide, genau wie du
bin glücklich, genau wie du
bin genau so arm, so reich, wie du
habe auch kein Zuhause und doch
aber du hast doch, unterbrach ich ihn
ja, ja was heißt das schon
vielleicht möchte ich etwas ganz anderes
und kann es nicht

Du meinst jeder ist ein armer Tropf, ein Außenseiter?
Ja, jeder auf seine Art und Weise
so mancher ist viel, viel schlimmer dran als wir beide
aber er merkt es nicht
weil etwas noch viel mächtigeres sein Schicksal beherrscht
deshalb kämpft er, warum, weiß er nicht
merkt er es irgendwann doch
ist es meist zu spät der Tod steht vor der Tür
keiner, hört ihn, hilft ihm mehr

Wer bist du? Sage es mir
nein, geht nicht mehr ich muss weg
hier, noch eine Kleinigkeit
und alles Gute zum Weihnachtsfest dann geht er
wie er sich umschaut
meine ich eine Träne zu sehen
ich schüttle meinen Kopf und muss denken
warum ist er nicht geblieben?

Langsam gehe ich zu meinem Schlafplatz
dabei befällt mich eine unendliche Müdigkeit
gemischt mit einer großen Traurigkeit
und einem herrlichen Glücksgefühl
in diesem Zustand lege ich mich nieder
und denke so feierlich wie noch nie, noch einen Schluck
einen Schluck zum Fest
er soll nach langer Zeit mein erstes bewusstes Geschenk
von mir an mich sein
aber die Flasche ist leer wieder nichts
nicht einmal dieses kleine Geschenk ist mir vergönnt
denke ich bitter
aber komisch irgendetwas lässt meine Bitterkeit
sofort wieder verfliegen und macht dem Gedanken
du hast ja Geld kaufst dir morgen was, Platz
darüber muss ich lächeln und schlafe sofort ein

Weihnachten
der erste Feiertag
die Menschen gehen in die Kirche
kommen an ihm  vorbei
Er schläft.
Schläft er wirklich noch?
Einige bleiben unschlüssig stehen
abfällige Bemerkungen wie, Penner
Schmarotzer, Aussatz der Gesellschaft
nicht einmal an den Festtagen
hat man Ruhe vor Ihnen
mal laut, mal leise sind sie zu hören

Hallo Opa
steh auf, steh doch auf
es ist so kalt du erkältest dich doch

nein mein Kleines
er hat es geschafft
er ist in einer anderen, schöneren Welt
dort geht es ihm besser als hier sagt ihre Mutter
woher weißt du das, Mama?
Schau, er ist lachend eingeschlafen
er muss sehr froh und glücklich gewesen sein
dann will ich auch arm werden
so einschlafen, so glücklich sein wie der Opa da

wieso mein Schatz?
Du hast doch alles
Geld, Spielsachen, deine Freiheit halt alles
Nein!
Der Opa da hat mehr

wieso?
Du hast gesagt: er ist glücklich
und das bin ich nicht
!
Warum?
Das weiß ich ja gar nicht!
Ich bin alleine keiner ist für mich so richtig da
wo ist das Gefühl
Ihr sagt "Liebe" dazu, für mich?
Ich darf alles, soll alles alleine entscheiden
habe so viel Geld aber keiner fragt mich
möchtest du das? Fragt was willst du
ach Opa, gib mir von deinem Glück
dann komme ich mit dir egal wie arm du bist
schenke mir deine Liebe, du bekommst meine

Komm Kind
komm wir müssen in die Kirche
der Mann, das musst du doch wissen
du bist alt genug, ist Tod
dann lasst ihn beerdigen
ihr habt doch Geld genug
dann kann ich sein Grab pflegen
vielleicht sein Glück teilen
denn, er ist glücklich, ich nicht
ach Mama, ach Papa warum?
Ja Warum bin ich auf dieser Welt?
Schaut, dieser alte Opa, ihr sagt Penner
Er ist glücklich und ich?
Warum, darf ich nicht auch glücklich
von innen glücklich sein Warum?

Georg Beez
















































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