Letzte Gedanken
Das Auto rollte leise und schnell die Autobahn entlang. Lässig saß Er im bequemen Sitz und steuerte wie er es oft zu tun pflegte mit drei Fingern. Er hing seinen Gedanken nach dachte an das hier und heute, an dies und das auch in die Vergangenheit schweiften sie ab aber nur kurz dann schnellten sie in die Zukunft um dort zu verweilen denn dort, so nahm Er jedenfalls fest an, lag sein Glück. Er ließ sich alles in den farbigen Bildern malen das, sollte es zum Abschluss kommen, neue Haus, den neuen Wagen, den Urlaub mit der ganzen Familie alles und noch mehr war greifbar ja musste Wahrheit werden denn was sollte noch schief laufen war doch alles bis auf eine läppische Unterschrift erledigt, in Ordnung. Plötzlich umkrampfte Er das Lenkrad und kam durch diese unbedachte Bewegung mit dem Wagen leicht ins schlingern oh Mensch, schalt Er sich selbst, pass doch auf oder willst Du dir selbst im allerletzten Augenblick durch deine blöde Nervosität der Du manchmal und immer Urplötzlich anheim fällst alles gefährden, zerstören? Mit Aufbietung einiger Energie zwang Er sich zur Ruhe. Zukunftsmusik so schön sie auch war wollte Er nicht hören jedenfalls jetzt noch nicht. Nach der Unterschrift OK dann war es eine ganz andere Sache. Er sah aufmerksam auf die Fahrbahn als Er plötzlich neben sich ein Rauschen hörte. Erschreckt schaute Er zur rechten Seite von wo das Geräusch kam da rauschte auch schon ein anderer Wagen an Ihm vorbei. Was soll denn das schimpfte Er wohl verrückt geworden nicht mehr alle Tassen im Schrank warum denn rechts vorbei? Links ist die Fahrbahn auch frei ich fahre in der Mitte und vier Spuren hat die A3 was soll diese Idiotie? Er konnte sich nicht beruhigen schon rauschte, es waren kaum Sekunden vergangen, ein anderer links an Ihm vorbei. Mensch schrie Er die machen doch nicht etwa ein Wettrennen? Das geht nie gut. Die sind ja total verrückt. Da vorne ist doch eine Baustelle, jedenfalls war sie vor drei Tagen als ich das letzte mal hier gefahren bin, noch da. Angestrengt ja ängstlich horchte Er nach vorne aber es blieb ruhig außer dem immer vorhandenen Strassen Lärm war nichts zu hören. Alles schien gut gegangen zu sein. Nach seinen Überlegungen waren die beiden Wagen mit diesem Tempo, Er schätzte es auf hundertachtzig, schon an der Baustelle vorbei. Erleichtert aufseufzend lehnte Er sich wieder in den Sitz zurück. Ein kurzer Blick auf den Tacho, hundertvierzig das war normal ja eigentlich noch langsam, meist fuhr Er seinen Wagen aus. Hundertsiebzig/achtzig brachte der immer noch. Immer noch Gedanklich mit dem vorgefallenen Schreck, Ärger beschäftigt musste Er wohl etwas nachlässig in seiner Aufmerksamkeit geworden sein ansonsten wäre Ihm wohl die verräterische Rauchwolke, leicht links, vorne, nicht entgangen viel sah man ja nicht denn die Autobahn hatte vor dem Rauch, wenn es denn welcher war, noch eine links Kurve. Aber diese Autobahn kannte Er ja wie seine Westentasche befuhr sie wenn es viel war dreimal die Woche. Fast automatisch hatte sein Fuß das Gaspedal weiter nach unten gedrückt der Wagen flog durch die lange Linkskurve, das Gefühl war berauschend, wie musste es erst im neuen sei..., weiter kamen seine Gedanken nicht denn vor Ihm tauchte plötzlich wie eine Fatamorgana eine Feuersäule auf. Auf die Bremsen steigen und den Wagen versuchen leicht nach rechts zu ziehen war eine Reaktion. Ihm war bewusste wenn der rechte Fahrstreifen der Autobahn nur mit leichten Trümmern übersäht oder sogar frei war kam Er mit einem blauen Auge davon. Hier gab es, warum hatte Er nie in Erfahrung bringen können trotz einiger Anfragen bei den Behörden, freies Gelände ohne Bäume oder sonstigen Hindernissen auch keine Autobahnseitenbefestigung.
Es sollte nicht sein nichts sollte mehr sein. Das ohrenbetäubende Krachen des Aufpralles drang noch in sein Bewusstsein genau wie die heftigen Schmerzen die fast Augenblicklich einsetzten. Aber die Lokalisierung derselben gelang nicht mehr ebenso wenig wie die Feststellung bin ich ohnmächtig, wach oder gar tot.
Wie lange dieser Zustand andauerte entzog sich ebenfalls seinem Bewusstsein. Einzig das verschwinden der Schmerzen registrierte sein Gehirn mit Erleichterung. Er fühlte plötzlich nichts mehr, gar nichts mehr. Zuerst befiel Ihn große Erleichterung ja Freude, Überraschung bemächtigte sich seiner. trügerisch gaukelte ihm dieser Zustand die Hoffnung "ist ja nicht so schlimm, ist wahrscheinlich noch mal alles gut abgelaufen par Kratzer vielleicht auch ein Bruch oder zwei was soll`s Hauptsache ich kann den Abschluss tätigen", vor. Aber nach einer Weile in der sich nichts tat nichts veränderte kamen ihm Zweifel. Ist es vielleicht doch das Ende haben die mich Aufgegeben? Retten mich gar nicht weil es aussichtslos ist? Kommen erst die anderen an die Reihe? Warum kümmert sich keiner um mich, kommt keiner? Halten die mich für tot? Ich will aber nicht sterben. Nein noch lange nicht. Mein schreien muss doch gehört werden aber kein Laut dringt an sein Ohr auch das noch meine Gehör funktioniert nicht. Verzweifelt will Er sich bewegen versuchen sich zu befreien aber es geht nichts weder der Kopf noch ein Glied lassen sich bewegen. Verzweifelt und ermattet, sinkt Er, so meint Er, zurück um sich seinen Gedanken zu überlassen die ein wirres Spiel mit allerlei Gaukeleien von Glück, Leid, Freude, Schmerz und Hoffnung vorspielen bis sie sich nach einiger Zeit in eine Zielrichtung einzupendeln scheinen nämlich der der Vergangenheit von da an wird Ihm leichter wohler zumute und willig lässt Er sich von seinen Gedanken führen lässt sich treiben. Da..., die Jugend!
Ja seine Jugend...
ach war die bitter und doch so schön. Zu spielen gab es nichts dafür war das Geld zu knapp. Ersatz war die Natur sie sah ihn fast täglich zu Gast. Ihre Aufgabe sah sie darin ihm zu zeigen wie das Leben wirklich ist. Das es nicht nur Liebe und Freuden gibt nein auch Grausamkeit, Lug und Betrug. Das Morden an der Tagesordnung ist. Immer der stärkere die Oberhand behält. Oh ja, er wurde schon als Kind ein einsamer Kämpfer, ein Atheist und doch war sein Glaube tiefer, viel fester, für immer haltbar. Die Täler waren tief die er durchlief. Die Gipfel waren hoch die er überstieg
trotzdem verlor er nie den Mut. Immer umspielte ein feines leises Lächeln seine Lippen, so wie jetzt. Er wusste es obwohl er es nicht spürte oder sah. Vor dem der kommen will ist Ihm nicht bange denn Er ist Ihm nicht unbekannt oder gar verhasst.
In ihrer langen Bekanntschaft haben Sie so manches Spiel gespielt und jedes Mal war der Sieg sein. Aber jetzt ist Er bereit will nicht mehr. Die letzten Stürme waren auch zu arg haben seinem Kahn zuviel Tribut abverlangt, zuviel zerstört.
Ach ja Mama...
wie Du es schafftest trotz unserer knappen Finanzmittel mich immer sauber und adrett aussehen zu lassen ist mir heute noch ein Rätsel. Es war deine größte Sorge so schien es der alten Redensart "mehr scheinen als sein" Geltung zu verschaffen. Wenn Du mir öfter von dort wo Du ja nur sein kannst zugesehen hast weißt Du dass ich dies das ganze Leben lang beherzigt habe. Leider aber mit demselben Erfolg wie Du ihn hattest. Mit keinem der nennenswert wäre. Und dein Essen so einfach es auch war so gut hat es doch immer geschmeckt. Richtig schätzen lernte ich es allerdings erst im Nachhinein und zwar so sehr dass ich vieles in meinen letzten Jahren nachkochte. Nachträglich vielen Dank dafür auch für deine Mühe und Sorge um mich.
Leider sagte ich das viel zu selten zu Dir. Wir werden uns ja bald wieder sehen ich hoffe es jedenfalls.
Oh Vater Du? Duu rufst mich?
Ja, ja bald ist es soweit dann komme ich. Weshalb drängst Du in meine Gedanken? Soll ich denn jetzt über Dich nachdenken über Dich grübeln? Ich sah dich ja kaum der Krieg, deine Krankheit, dein Tod. Viel ist nicht von Dir haften geblieben. Trotzdem danke ich Dir für die in deiner Macht stehenden Liebe die Du mir schenktest.
Plötzlich ein neues Bild sich vor seine Augen schiebt. Was ist das? Welches Gebäude soll das sein? Zu welcher seiner Zeit gehört es, denkt Er. Ist es eine der Schulen die er besuchte?
Ach ja die Schulzeit...
Sie war nicht schlecht. Es gab viel Schatten aber auch sehr viel helles Licht bis unverhofft die Nacht herein brach. Ohne jede Vorwarnung ohne jede Ahnung. Vorsorge gab es nicht niemand rechnete ja damit. Am wenigsten Er selbst.
Nach Jahren des Leidens der Dämmerung und Nacht. Er hatte sich schon lange daran gewöhnt fühlte sich eigentlich recht wohl. Hatte die Einschränkungen hingenommen und das Beste daraus gemacht. Da, es war wie ein Wunder, wurde es plötzlich wieder Tag. Er fühlte sich wie neu geboren sein Lebenswille, der schon lange nicht mehr wach wurde neu entfacht. Voller Tatendrang mit vielen Gedanken neuen Ideen
stützte er sich zurück in des Alltags Last. Alles war so leicht so schön fand Er und konnte das Klagen der Mitmenschen überhaupt nicht verstehen. Es schmerzte Ihn sehr das die Menschen nach seiner Überzeugung so vieles falsch machten. Ob in der Politik, im Wirtschaftsleben oder privat. Er versuchte sich zu offenbaren es Ihnen zu sagen, es zu zeigen aber Er drang nicht zu Ihnen durch. Erst war es nur Ahnung dann wurde es zur Gewissheit Er war wieder Ausgesperrt. Das Dunkel in das Er zurück fiel bereitete ihm Höllenqualen denn es war gewollt von den Mitmenschen gewollt. Er bäumte sich dagegen auf. Versuchte immer wieder mit neuen Ideen durch zu dringen. Etwas Neues in die Tat umzusetzen aber man sah ihn nicht wollte ihn nicht sehen. War es seine Schuld? Hatte ihn sein Leiden, die lange Ruhe zu egoistisch zu drängend gemacht?!
Er wusste es ..., He... wer bist du denn?
Drängst dich einfach in meinen Traum, warum... weshalb...?
War gerade so spannend. du musst mich doch kennen schau mir ins Gesicht.
Ach Duu... das auch noch mit euch hatte ich doch nur Pech. Was willst Du warum bist du gekommen? Willst Du mich ängstigen in meiner Todesstunde nochmals ärgern
hast Du das im Leben nicht oft genug getan? Ja, ich weiß es aber ich komme nicht als Ärgernis. Ich komme für all die anderen zu deiner Begleitung. Waas ausgerechnet Du?! Warum nicht, vielleicht habe ich nie aufgehört Dich zu lieben. Was..., Du ausgerechnet Du die Du mich....
Aber warum all das Vergangene nochmals Revue passieren lassen. Es gehört nicht hier hin und bringt mir nur Stimmungstiefs. Überhaupt "ihr Frauen" mit keiner von euch hatte ich wirklich Glück. ihr habt nur gemolken gegeben habt ihr nichts.
Trotzdem kann ich keiner von euch wirklich böse sein.
Aber Kinder, ja Kinder die habe ich wirklich geliebt.
Meinen beiden geht‘s ja auch sehr gut. Sind gute Menschen geworden an Leib und Seele. Sie sind nicht da aber ich weiß ja warum und es tut gut zu wissen dass es nicht aus Böswilligkeit geschieht. Hoffentlich geht es Euch das ganze Leben weiterhin so Gut. Das allerwichtigste die Gesundheit wünsche ich Euch von ganzen Herzen. Vor allem Dir, meinem kleinen Schatz dem ich einmal im Leben meinen ganzen Reichtum, den keiner bis dahin haben wollte, schenken durfte.
Kurz war unser Glück unser Zusammensein aber ich hoffe das es ausgereicht hat Dir soviel von dem Reichtum zu überlassen, einzupflanzen das der Vorrat dein ganzes Leben vorhält. Mein kleiner Schatz wahrscheinlich wirst Du nichts von meinem Geschick erfahren. Sollte der Zufall es doch eines Tages in dein fernes Heimatland tragen und Du es erfahren. Sei nicht traurig und denke stets daran dort wo ich bald bin wird es besser nicht schlechter sein für mich. Den Rest der Liebe, den einzigen Reichtum den ich je besessen, muss ich mitnehmen. Diesen Reichtum hat ja nie jemand wirklich gewollt. Das gewünschte, erhoffte Geld davon hatte ich nie zuviel aber auch nicht zuwenig. Alle waren erpicht darauf nur Du wolltest lieber die Liebe, das Gefühl. Weil Du noch ein Kind so rein und unerfahren bist? Ich kann es nicht sagen. Auch in vielen Erwachsenen sollen ja Kinder sein die sich nach Liebe sehnen. Ich habe Sie nur nicht gefunden. Habe ich nicht richtig gesucht? Ich hoff..., oh..., was ist das?!
Es wird.. ja so.. furchtbar.. hell.
Schaltet doch... das Lich.. aus..
Der, der Film ist...?! Neiin.. der Tod..... NEEIIN!!
Georg Beez



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